Das Menschenkind u. sein Engel - Lebens Oase Esoterik

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Das Menschenkind u. sein Engel

Wissenswertes zu spirituellen Fragen
 



Das Menschenkind und sein Engel
 


Ein Engel nahm das ihm anvertraute Menschenkind bei der Hand
und führte es zum Himmelstor.
»Mein geliebtes Kind!«, sprach der Engel. »Es ist nun bald an der Zeit,
dass du auf die Erde gesendet wirst.
Komm ganz nah ans Himmelstor heran, dann kannst du die Menschen
auf der Erde sehen,
die als deine Eltern in Frage kommen könnten.«
 
Ganz aufgeregt trat das Menschenkind, das seinem Erdenleben schon entgegenfieberte, ans Himmelstor und schaute voller Neugier
und gespannter Erwartung auf die Erde herunter.
Es sah unzählige Menschen, fröhliche und traurige.
 
Sein Engel deutete mit einem seiner Flügel auf ein Ehepaar mittleren Alters,
das mit seinen sechs Kindern einen Spaziergang durch die Felder machte.
»Schau mal die beiden! Die wünschen sich noch sehnlichst ein weiteres Kind.
Wenn du dich für sie entscheiden solltest, wirst du von ihnen viel Liebe erfahren.
Sie sind allerdings ziemlich arm, so dass es dir später an manchem fehlen wird,
was viele Menschen für wichtig halten.«
 
Dann zeigte der Engel auf ein anderes Paar, das gerade auf dem Weg
zur Kirche war.
»Oder wie wäre es mit jenen?
Bei ihnen würdest du eine strenge Erziehung erhalten
und vieles lernen können.
Das würde aus dir später einen tüchtigen Menschen machen.«
 
Da das Kind keine sichtbare Reaktion zeigte, fuhr sein Engel fort.
»Siehst du die beiden dort unten beim Einkaufsbummel? Es sind einigermaßen wohlhabende Leute, bei denen es dir an nichts fehlen würde.
Sie werden im Laufe der Jahre noch weitere Kinder bekommen.
Aber die Mutter wird schon recht früh sterben,
so dass du dann als ältestes Kind deinen Geschwistern die Mutter
ersetzen müsstest.
Das ist ein hartes Los, das dich aber reifen ließe.«
 
Das Menschenkind warf jeweils nur einen kurzen Blick auf die vorgestellten Paare.
Dann fiel sein Blick auf ein junges Ehepaar, das daheim in der Stube saß und etwas machte, was sich seiner Wahrnehmungsmöglichkeit nicht erschloss.
»Wie wäre es denn mit diesen beiden?«, fragte es seinen Engel.
»Oh, das geht leider nicht!«, entgegnete der Engel.
»Die wollen keine Kinder. Und sie tun alles dafür, dass sie keine bekommen.
Da sind auch meine Möglichkeiten sehr begrenzt.«
 
 
Das Menschenkind zeigte mit seinen Fingerchen auf ein weiteres Menschenpaar,
das gerade in einem Gasthaus zu Abend speiste. »Was ist denn mit denen los?
Warum kann ich nicht hören, was sie reden?
Warum durchschaue ich ihre Gedanken und Gefühle nicht?«, fragte es erstaunt.
»Oh, das ist ein schwieriger Fall!«, sagte der Engel etwas frustriert.
»Die beiden Menschen glauben nicht an den Himmel und an uns Engel.
Das, was sie sprechen, denken und fühlen, können wir hier nicht wahrnehmen.«
»Was? Die glauben nicht an den Himmel? Ja, sind die denn blind?«,
fragte das Menschenkind ungläubig und fast entrüstet.
Der Engel lächelte und sagte:
»Das ist nicht so einfach, mein Kind, wie du dir das vorstellst!
Wenn ein Mensch erst einmal auf der Erde ist, kann er den Himmel
und uns Engel nicht mehr so ohne weiteres sehen. Da muss er sich schon sehr darum bemühen.« »Das ist ja schrecklich!«, entgegnete das Kindlein.
»Kannst du ihnen nicht zeigen, dass es dich und den Himmel gibt?«
»Das ist leider nicht so ohne weiteres möglich.«, sprach der Engel.
»Sie müssen uns und den Himmel schon selbst finden.
Diese Aufgabe dürfen wir ihnen nicht abnehmen.«
 
Das Menschenkind ließ nicht locker: »Könntest du nicht den lieben Gott bitten,
ihnen den Himmel zu zeigen?«
»Nicht einmal der liebe Gott mit all seinen himmlischen Heerscharen könnte das bewerkstelligen. Das heißt, bewerkstelligen könnte er es natürlich schon,
aber er würde es niemals tun.
Er würde niemals in die Freiheit der Menschen eingreifen.«, antwortete der Engel.
Das Menschenkind setzte nach. »Kann den diesen armen Menschen wirklich niemand helfen?«, wollte es wissen.
 
Sein Engel schwieg eine Weile, bis er dann mit bedächtiger Stimme sprach:
»Es gibt schon jemanden, der ihnen helfen kann:
Andere Menschen.
Nur anderen Erdenmenschen könnte es möglich sein, ihnen den rechten Pfad zu weisen.« »Und warum hilft ihnen dann kein anderer Mensch?«,
fragte das Menschenkind ein wenig zornig. »Weißt du, mein liebes Kind,
die meisten Menschen denken nur an sich und bemerken gar nicht,
dass es Mitmenschen gibt, die ihrer Hilfe bedürfen.«,
entgegnete der Engel. »Vielleicht könntest du ja einen anderen Menschen bitten,
den beiden zu helfen und ihnen von dem Himmel zu erzählen.«,
schlug das Kindlein vor. »Nein, Nein!«, erwiderte sein Engel.
»Auch einen solchen Rat dürfen wir anderen Menschen nicht geben.
Darauf müssen sie von ganz alleine kommen.«
»Aber da muss doch irgendetwas zu machen sein!«,
rief das Kind ganz aufgeregt und beinahe fordernd.
 
Der Engel schwieg ungewöhnlich lange. Dann sagte er etwas zögerlich:
»Du könntest ihnen helfen!«,
und nahm seinen Schützling dabei behutsam in seine Flügelarme.
»Ich?«, rief das Menschenkind.
»Ja, aber natürlich, sofort! Was habe ich zu tun?«
Dem Engel schien es schwer zu fallen,
das zu sagen, was er sagen musste.
»Nun, du könntest dich für die beiden als deine Eltern entscheiden.
Sie wünschen sich schon seit geraumer Zeit ein Kind. Das wäre machbar.«
»Ja, natürlich! Du kannst mich gleich zu ihnen hinunterschicken!«,
platzte es aus dem Kindlein heraus, das dann aber noch nachlegte:
»Aber wie könnte ich ihnen helfen? Was müsste ich tun?«
»Genau das ist das Problem!«,
sagte der Engel mit einem mitleidsvollen Blick.
»Es ist nicht einfach, den beiden zu helfen.
Da müsste schon etwas recht Radikales passieren.«
»Ja, was denn? Ich bin zu allem bereit!«, platzte es aus dem Kindlein tatendurstig heraus. »Es müsste schon wirklich etwas ganz Dramatisches geschehen.
Aber das kann keiner von dir verlangen.« »Sage mir, was ich zu tun habe!«,
sprach das Menschenkind voller Freude. Zögerlich sagte sein Engel:
»Du müsstest dich bereit erklären, dein Leben schon als Kind
– sagen wir nach etwa zehn Jahren – zu beenden.
Dein Tod würde deine Eltern in tiefste Trauer stürzen.
Aber aus dieser abgrundtiefen Trauer könnten in ihrer Seele die Kräfte reifen,
die ihrem Leben eine ganz andere Richtung geben könnten.«
Das Kind war zutiefst betroffen und stammelte: »Was? Nur zehn Jahre sollen mir vergönnt sein? Aber ich freue mich doch schon so auf mein Leben auf der Erde.
Ich würde doch gern sehr lange da unten bleiben.«
»Ich habe dir ja bereits gesagt, dass das keiner von dir erwarten kann.
Vergessen wir es und schauen uns nach einem anderen Elternpaar um.«,
sprach der Engel verständnisvoll. »Nein, nein!«, entgegnete das Kindlein.
»Ich bin dazu bereit! Ich werde es machen!
Die beiden lieben Menschen tun mir unsagbar leid.
Einer muss ihnen ja helfen! Aber ich hätte eine Bedingung!
Ich möchte ein Knabe werden!«
»Das lässt sich machen,« gab ihm sein Engel zur Antwort.
 
Dann schaute er auf die Weltenuhr und sprach: »Es dauert nur noch wenige Augenblicke, bis ich dich zu deinen Eltern schicken werde.« Er nahm seinen geliebten Schützling noch einmal zärtlich in seine Flügelarme
und sagte zum Abschied:
»Mach es gut, mein geliebtes Kind! Vergiss nicht, ich bin immer in deiner Nähe.
Schon in ganz wenigen Jahren wirst du das nicht mehr bemerken können.
Tief in deiner Seele wirst du aber wissen, dass ich immer bei dir bin.«
Darauf entließ er das Menschenkind gottbefohlen durchs Himmelstor.
 
 
Gut acht Monate später brachte die zur Mutter auserkorene Frau einen gesunden,
strammen Burschen zur Welt.
Die Freude der Eltern war unbeschreiblich! Sie gaben ihm den Namen Johannes.
 
Der Knabe wuchs und gedieh prächtig. Nicht nur die Eltern, deren ganzer Stolz
und Lebensinhalt er mittlerweile geworden war,
sondern auch alle anderen Menschen,
die ihn kannten, hatten ihn von Herzen lieb. Auch er liebte seine Eltern über alles.
Sie gaben ihm alles und jedes, was das Herz eines kleinen Knaben begehrt.
Wirklich alles? Nein, eines konnten sie ihm nicht geben. Sie vermochten es nicht,
das zur Reife zu bringen, was wie ein zarter Keim aus seinem Leben im Himmel
in seiner Seele ruhte.
 
Die Zeit verging. Als er ungefähr sieben Jahre alt war, beschloss er auf einem seiner Streifzüge durch die Nachbarschaft einen Blick in die Kirche zu werfen,
die er zuvor nie betreten hatte. Beim Rundgang durch das Kirchenschiff blieb sein Blick sofort an einem gewaltigen Gemälde hängen, das einen Engel mit mächtigen goldenen Flügeln zeigte. Fasziniert und fast wie entrückt blieb er viele Minuten vor dem Gemälde stehen.
Ihm war so, als würde er die dargestellte Figur kennen.
Später zog es ihn immer wieder – manchmal mehrmals in der Woche
– geradezu magisch in die Kirche zu diesem Bild.
Seinen Eltern erzählte er nichts davon, weil er spürte,
dass ihnen die Kirche und Engel nichts bedeuteten.
 
Der Tag seines zehnten Geburtstages rückte näher.
Wenige Tage zuvor bekam der Knabe plötzlich hohes Fieber.
Jede Therapie versagte. Das Fieber wollte nicht weichen.
Die Ärzte standen vor einem Rätsel.
Zwei Wochen später starb der Knabe.
 
Der Knabe wurde sofort wieder durchs Himmelstor hereingelassen.
Sein Engel, den er gleich wiedererkannte,
erwartete ihn schon voller Freude und schloss ihn in seine Flügelarme.
»Sag bloß, du hast schon auf mich gewartet?«, fragte der Knabe.
»Ja, natürlich!«, entgegnete sein Engel. »Ich war all die Jahre immer bei dir.
Aber erst jetzt kannst du mich wieder sehen.«
Der Knabe schaute auf seine Beine hinunter und fragte entsetzt:
»Wo ist denn meine Lederhose? Ich sehe gar nicht wie ein richtiger Junge aus!«
Der Engel lächelte:
»Hier im Himmel gibt es weder Jungen noch Mädchen.
Hier bist du wieder ein Menschenkind.«
 
Das Menschenkind gewöhnte sich aber schnell daran,
jetzt wieder nur ein Menschenkind zu sein.
Irgendwie hatte es den Eindruck, dass im Himmel ein freudiges Treiben herrschte,
das er vor seiner kurzen Erdenlaufbahn hier nie erlebt hatte.
»Was ist denn hier los?«,
fragte es. »Heute ist ein besonderer Tag.
Du hast etwas ganz Großartiges vollbracht! Das wird von allen Engeln gefeiert.«,
antwortete der Engel.
 
Das Menschenkind fühlte sich immer wieder hin- und hergerissen.
Einerseits freute es sich sehr, wieder im Himmel bei seinem geliebten Engel zu sein, andererseits war es aber doch ziemlich traurig,
nicht mehr auf der Erde bei seinen Eltern sein zu können.
Sein Engel spürte das natürlich und sprach:
»Du darfst – so oft du willst – zu deinen Eltern gehen.
Sei dir aber dessen bewusst,
dass sie deine Anwesenheit nicht bemerken können.«
So machte sich das Menschenkind täglich auf,
um sich in der Nähe seiner Eltern aufhalten zu können.
Anfangs war es recht deprimiert, dass seine Eltern
seine Gegenwart nicht zu spüren vermochten.
Als es sich dann daran erinnerte, dass es in seinen Erdenjahren die Anwesenheit seines Engels auch nicht bemerkt hatte, tröstete ihn das ein wenig.
Wann immer es sich in der Nähe der Eltern aufhielt,
konnte es deren tiefe Trauer um seinen Tod miterleben.
Das half ihm sehr, die eigene Traurigkeit über seinen frühen Tod zu überwinden.
Ihre Worte und Gedanken konnte er nur schemenhaft vernehmen.
 
Nach einiger Zeit sagte es zu seinem Engel: »Lieber Engel, ich kann einfach nicht erkennen, dass ich meinen Eltern wirklich geholfen haben sollte.
Sie sind doch nur immer traurig.
Ich glaube, unser Vorhaben ist gescheitert.«
»Jetzt warst du nur so kurze Zeit bei den Erdenmenschen
und hast dich schon von deren Ungeduld anstecken lassen.«,
sprach der Engel laut lachend.
»Warte doch einfach mal ab! ›Gut Ding will Weile haben!‹,
sagen kluge Erdenbürger.«
 
Nach irdischer Zeitrechnung waren mittlerweile fast drei Jahre vergangen,
seitdem das Erdenkind wieder zum Menschenkind geworden war.
Als es eines Tages wieder einmal vom Himmel aus auf seine Eltern schaute,
rief es hoch erfreut: »Ich kann sie hören!
Ich kann sie hören! Ich kann jetzt deutlich verstehen, was sie sprechen,
ja, sogar ihre Gedanken kann ich vernehmen!« Der Engel lächelte und sprach:
»Ja, natürlich! Es ist jetzt genau das eingetreten, was ich erhofft hatte.
Die tiefe Trauer um deinen Tod hat ihre Herzen erweicht.
Das hat Kräfte in ihren Seelen freigesetzt, die sie veranlasst haben,
ihr Leben völlig neu zu organisieren.
Sie denken jetzt sogar über den Himmel nach
und gehen hin und wieder in die Kirche.
Dein Vater kümmert sich in seiner Freizeit um alte Menschen, die er regelmäßig besucht
und denen er zur Hand geht.
In ihrer Nachbarschaft ist ein junges Ehepaar eingezogen,
das bereits fünf Kinder hat.
Die Frau ist etwas kränklich und mit der Versorgung ihrer Kinder oft überfordert.
Da hilft deine Mutter in rührender Weise. Du siehst, deine Mission war von Erfolg gekrönt.« Das Menschenkind strahlte vor Glück.
Wann immer ihm nun danach war, konnte es an dem Leben
seiner geliebten Eltern teilhaben.
 
Es vergingen weitere Erdenjahre.
Eines Tages kam der Engel auf das Menschenkind zu
und sprach:
»Komm mit zum Himmelstor! Es ist an der Zeit, dass du wieder auf die Erde hinabsteigst. Lass uns einmal schauen,
ob wir geeignete Eltern für dich finden.« »Da brauche ich nicht lange suchen!«,
rief das Kindlein freudig erregt.
»Ich möchte wieder zu meinen alten Eltern!« Sein Schutzengel legte behutsam seinen rechten Flügel um seinen Schützling und sprach mit leiser Stimme:
»Das ist leider nicht möglich, mein geliebtes Kind.
Deine Mutter ist mittlerweile in einem Alter,
in dem sie keine Kinder mehr gebären kann.
Da können auch wir nichts machen.« Das Menschenkind wurde ganz traurig,
sah aber schließlich ein, dass sein Wunsch nicht zu erfüllen war.
 
»Aber ich habe da eine Idee!«, sagte der Engel mit leicht verschmitztem Lächeln.
»Der neuen Nachbarin deiner Eltern wäre ein sechstes Kind nicht unrecht.
Dann wärst du immer in der Nähe deiner Eltern und du könntest ihnen sowie deinen neuen Eltern viel Freude bereiten. Dieses Leben würde dir zwar in fernerer Zukunft einige Lasten auferlegen, aber dadurch könntest du weiter reifen.« »Hurra!«,
rief das Kindlein voller Freude. »Schicke mich sofort zu ihnen.«
 
Knapp neun Monate später gebar die Nachbarin einen gesunden Jungen.
Trotz aller Schwierigkeiten freuten sich die neuen Eltern sehr.
Die frühere Mutter, die sich ja ohnehin schon sehr liebevoll um die anderen Kinder der Nachbarn kümmerte, schloss den neuen Erdenbürger sofort in ihr Herz.
Ohne die anderen zu vernachlässigen, widmete sie ihm besonders viel Zeit
und Aufmerksamkeit.
»Der Kleine ist genau wie unser Hänschen!«,
hörte man sie immer wieder sagen.


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